45-1 Die Gemeinde der Sünder – Lk 6,36-42

Lk 6,36-42

1.    Exegese

1.1Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

 

1.2Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Zu welcher Rede gehört unser Abschnitt? Wo beginnt sie?

  • An wen ist sie gerichtet?

o    Was ist Barmherzigkeit?                                                     36

  • Wie kann man barmherzig sein?

o    Wie ist unser „barmherziger Vater“? – Mach dir 10 Beispiele bewusst!

  • Gott schuf uns zum „Bilde Gottes“ (Gen 1,27)
    Was heißt das in diesem Zusammenhang?

o    Wie viele Gegenüberstellungen stehen hier?                                    37-38a

  • Wie viele negativ / positiv? Hat das eine Bedeutung?

o    Wer wird den jeweils zweiten Satzteil erfüllen?

  • Die Mitmenschen oder Gott – Warum?

o    Definiere die 4 Verben in jeweils einem Satz!

o    Handelt es sich hier um einzelne Aufforderungen,
oder um die Entfaltung des Wortes „barmherzig“?

o    Wie viele Adjektive beschreiben den Segen Gottes?                       38

  • Stell dir das bildhaft vor – male es – mache die Bewegungen
  • Wohin wird dieser Segen gegeben? Von wem?

o    Was meinen hier die Worte „denn“; „Maß“ und „messen“?

o    Was ist ein Gleichnis?                                                        39

  • Hat dieser Vers etwas mit Vers 37-38 zu tun?
  • Kann es sein, dass die Unbarmherzigen blind sind?

o    Wer sind die Blinden? Wer ist der Blinde?

  • Was ist mit der Grube gemeint?

o    Was möchte Jesus mit dem Vergleich zeigen?

o    Was ist ein Jünger?                                                                       40

o    Gehört dieses Wort zu Vers 39 oder ist es ein eigenes Gleichnis?

o    Was will Jesus damit sagen? Sieh die Parallelstellen an!

  • Wie passt die Bedeutung hierher?

o    Was ist mit Splitter und Balken gemeint?                            41

  • Wie kann man den eigenen Balken sehen?

o    Wen meint Jesus mit dem Wort „Bruder“?

o    Warum wiederholt Jesus den Gedanken?                            42a

o    Was ist ein Heuchler?                                                        42

o    Wie kann man den eigenen Balken entfernen?

o    Was wollte Jesus mit diesem Gleichnis sagen?

o    Wem wollte Jesus damit etwas sagen? Zu wem sprach er?

 

1.3Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

 

o

 

o

 

o

 

1.4Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

 

 

 

1.5Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier


2     Homiletik

2.1Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

 

 

 

 

2.2Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

 

 

 

 

 

 

 

 


2.3Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Versuche mit einem Balken vorm Kopf anderen zu helfen

o    Lebensbild oder Film von Gladys Alwardt – erbarmendes Handeln

o    Luther: „Sündige fröhlich“

 

o    In der Indikation von Vers 36: „euer Vater ist barmherzig“ gründen alle folgenden Mahnungen. (Voigt)

o    Die Pharisäer (Mt 15,14) wollen Blinde führen und sind selbst blind. Dies wird ihnen immer wieder vorgehalten (Mt 23,16.17.19.24.26; vgl. Rö 2,19) … Jesus liebt grotesk übertreibende Rede (Mt 5,29;19,24; 23,24) … Es ist als das Wort eines Rabbis vom Ende des ersten Jahrhunderts bekannt. Er sagte: „Es soll mich wundern, wenn es in dieser Generation einen gäbe, der Zurechtweisung annimmt. Wenn man ihm sagen würde: Nimm den Splitter aus deinem Auge fort, so würde er antworten: Nimm den Balken aus deinem Auge fort.“ (Voigt)

o    Die Verbundenheit der Christen mit ihrem Herrn durchdringt, „durchchristet“ das tägliche Tun, ohne dass dieses äußerlich von den anderen Menschen zu unterscheiden wäre. (Voigt)

o    Wir werden handelnd das Kommen des Neuen verkündigen, mit allem Risiko, das nun einmal zum Glauben gehört und vom Glaubenden selbst doch gar nicht als Risiko empfunden wird. (Voigt)

o    Wo immer ein Wort Jesu wirklich als sein Wort vernommen wird, wo immer wir begreifen, in welcher Höhe (Augenhöhe) wir stehen, wenn wir bei ihm und wenn er bei uns steht, versetzt es uns in eine neue Wirklichkeit, mit der wir nun nur zu rechen brauchen, um zu können, was wir nicht können. … Hier wagt man Durchbrüche zum Kommenden, weil dieses Kommende schon zu uns durchgebrochen ist. (Voigt)

o    Der nicht vergeben Wollende verlässt den Boden, auf dem Vergebung gilt. (Voigt)

o    Jesus verbietet den Seinen nach dem alten, gerechten Gesetz (Auge um Auge) zu handeln. … Durchbrecht den Teufelskreis (der Vergeltung) und bewegt euch in einem Gotteskreis (der Vergebung). Provoziert durch die Achtung vor dem Mitmenschen und durch seine Aufwertung, dass dieser Mitmensch seinerseits euch achtet und aufwertet! … Gott ergreift Partei für meinen Mitmenschen: Wie ich ihm, so Gott mir. Also, es geht um die Frage: Was habe ich von Gott zu erwarten. (Voigt)

o    Der „Gnadenlohn“ liegt schon allein darin, dass man sich im Kraftfeld der Barmherzigkeit Gottes befindet. Dort verliert man nichts, dort gibt es nur zu gewinnen. … die Barmherzigen überhäuft Gott mit Barmherzigkeit (38); aber auch die Unbarmherzigen bekommen ihr volles Maß (Mt 18,34).

o    Es ist nicht jedes Richten als solches verboten. Es gibt einen grundsätzlichen Unterschied zwischen einem verletzenden, persönlichen Urteil und einer sachlichen Beurteilung. (Rienecker)

o    Wie ein Mensch zu beurteilen ist, das ist die zentrale Frage seines Menschseins (Gerechtigkeit). … Ich meine zwar, durch mein Urteil der Gemeinschaft zu dienen, – man darf doch vertrauensunwürdige Menschen und Nichtskönner nicht hochkommen lassen – in Wirklichkeit macht mein Richten jedoch mehr kaputt, als dass es hilft. (Voigt)

o    Habe ich den Trick des alten Adam angewendet? Indem ich den anderen in meinen Gedanken tief ansetze, steigt meine Geltung. … Mit meiner dünkelhaften Überlegenheit mache ich mich unfähig, einem anderen weiterzuhelfen. … Es geht darum, meine Verkehrtheit zu entdecken. (Voigt)

o    „Wir sind beide blind“ (39), ohne Gleichnis gesprochen: Hier ist einer so hilflos und belastet wie der andere. (Voigt)

o    Unsere Väter haben die fünfte Bitte des Vaterunsers die „gefährliche Bitte“ genannt. (Voigt)

o    Trotz richtigem, dogmatischem Wissen spielt im Umgang miteinander das abschätzige, das entehrende, das vielleicht vernichtende Urteil des einen über den anderen eine große Rolle. (Voigt)

o    Es ist wahr: Ich darf über meinen Mitmenschen nicht verächtlich urteilen, weil ich mit ihm in gleicher Verdammnis bin. Aber es ist noch viel wahrer: Ich muss zu ihm stehen, weil ich mit ihm in gleicher Seligkeit bin. … Was mein Nächster und ich auch gegeneinander haben mögen, wir leben von der Güte Gottes, die auch denen zugewandt ist, gegen die vieles einzuwenden wäre. (Voigt)

o    Gott hat – gegen Jona – für Ninive gehofft, und er hat es geschafft. Gott ist nur froh, wenn er irgendeinen von uns wiedergewinnen kann, gleich, woher wir kommen. (Voigt)

o    Gott ist barmherzig, das heißt im Urtext: menschliches Elend „geht ihm durch und durch“, erschüttert ihn im tiefsten Herzen. (Voigt)

o    Gottes Art ist es, dass er sich gütig gegen Undankbare und Böse erzeigt. Gott sieht im Bösen den Unglücklichen, der seiner Barmherzigen Liebe so sehr bedarf. (Rienecker)

o    Gott ergreift Partei für meinen Mitmenschen – gerade für ihn, obwohl ich so viel gegen ihn einzuwenden habe. Übrigens ergreift er Partei auch für mich, gegen den so viel einzuwenden ist. Er hat sich zum Gott der Sünder gemacht und wartet nur darauf, dass wir ihn als diesen Gott der Sünder annehmen. (Voigt)

o    Die Nächsten- und Feindesliebe, welche sich an der Selbstliebe messen soll, kann völlig wertlos sein, wenn das eigene Ich in den Vordergrund gerückt ist. (Rienecker)

o    Der Erfahrene weiß, wie gern der Teufel gerade hier (gegenseitiges Vergleichen) den Hebel ansetzt. (Voigt)

o    Vergleiche: 1Mo 3,5 – Mt 5,48 – Lk6,36

o    Indem der Sohn (1,32) sich mit uns aufs engste verbindet, werden wir, als seine Brüder, ebenfalls „Söhne“ und „Töchter“ Gottes. Größeres, faszinierenderes kann von Menschen nicht gesagt werden. Aber eben dieses wird gesagt und durch Jesus praktiziert – beispielweise in bezug auf meinen schwierigen Mitmenschen und in bezug auf mich. Ich brauche mich für uns beide nur auf diesen barmherzigen Gott zu verlassen. Dann finden wir zueinander. Es sei denn, ich gäbe preis, was Gott an mir getan hat.

o    Vers 39 richtet sich wahrscheinlich gegen solche, die zur Rache und zur Vergeltung auffordern. Solche zur Rache aufreizenden Menschen sind „Blinde“, die den Blinden den Weg zeigen wollen. Jesus spricht in diesem Gleichnis seine Jünger an, die dazu berufen sind, einmal Führer der Gemeinde zu werden. (Rienecker)

 

Downloadlink: 45-1 Die Gemeinde der Sünder – Lk 6,36-42 (2)

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