01 Advent – Der kommende Herr

Der kommende Herr

1.    Predigttexte

I:    Mt 21,1-9

II:   Röm 13,8-12

III:  Sach 9,9-10

IV:  Jer 23,5-8

V:   Offb 5,1-5(6-14)

VI:  Ps 24,1-10

.     alt V:  Lk 1,67-79 – 01-5 Lobpreis des Zacharias – Lk 1,67-79

.     alt VI: Hebr 10,(19-22)23-25

2.    Wochenspruch

o    Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. (Sach 9, 9b)

3.    Was ist das Besondere dieses Sonntags im Kirchenjahr?

3.1 Die Adventszeit als Vorbereitungszeit

o    auf das Christfest ist erst im 4. Jahrhundert entstanden, wobei es zunächst erhebliche Unterschiede in der Dauer (von einer Woche bis zu 40 Tagen) gab.

o    Seit etwa 600 gibt es für die römische Kirche, deren Praxis die Reformation übernommen hat, vier Sonntage im Advent. Jedoch wird der 1. Sonntag im Advent erst seit Mitte des 8. Jahrhunderts als Beginn des Kirchenjahres besonders gefeiert.

o    Von Anfang an hatte die Adventszeit den Charakter der Bußzeit als Vorbereitung auf das Christfest, den „Geburtstag“ Jesu Christi.

 

o    Im Advent sehen wir nicht nur zurück auf die Ankunft des Herrn, wie sie uns in der Bibel als „Weihnachtsgeschichte“ überliefert ist, sondern auch voraus auf die zukünftige Ankunft des Herrn als Herrscher dieser Welt und Begründer des Neuen Jerusalem.

o    In der Spannung zwischen beiden erfahren wir im Advent den Herrn als den, der auf uns zukommt, sich uns immer wieder neu zuwendet und uns zur Buße, zur Umkehr zu ihm hin, einlädt.

 

o    Der Advent eröffnet einen Kreis, der sich erst kurz zuvor mit den drei letzten Sonntagen des Kirchenjahres, die auf das zukünftige Reich schauten, geschlossen hat. Nun beginnen wir das Kirchenjahr mit dem Einzug in Jerusalem, dem Kommen Jesu in diese Welt.

o    Auch wenn wir das Kirchenjahr als einen Zyklus feiern, so will es uns doch wie eine Spirale vorwärts führen, weiter auf einem Weg, der unser Lebensweg ist. Auf diese Weise wird uns der Advent als Neuanfang nicht wie eine Wiederholung, sondern wirklich wie ein neues Erlebnis in unserem Leben, erscheinen.

o    Im Advent gewinnt das Wort Gestalt: „Ich bin das A und O der Anfang und das Ende, der da ist, und der da war, und der da kommt, der Allmächtige.“ (Offb 1, 8) Während wir uns einerseits auf die Erscheinung Gottes im Fleisch freuen, werden wir uns andererseits unserer Unwürdigkeit bewusst, diesen großen Herrn zu empfangen. Darum lassen wir uns in dieser Zeit an die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden (Johannes der Täufer) mahnen, umfassen auf unserem Weg zur Krippe das Kreuz des Herrn, welches allein uns würdig macht, ihm entgegen zu sehen und –zu gehen. Weil wir uns um dieses Kreuzes willen auch freuen können, singen wir mit Maria in der Adventszeit das „Magnifikat“: „Meine Seele erhebt den Herrn und mein Geist freut sich Gottes meines Heilands!“ (Lk 1, 46f).

3.2 Der 1. Sonntag im Advent

o    steht unter dem Zeichen des Evangeliums vom Einzug Jesu in Jerusalem. Vordergründig hat diese Erzählung nichts mit Advent und schon gar nicht mit dem Christfest zu tun.

o    Wenn man aber etwas weiter darüber nachdenkt, fällt gerade in unserer Zeit auf, dass wir selbst unseren Herrn ja so begrüßen wie damals die Menschen in Jerusalem – als den Sohn Davids, den Messias – um ihn dann wenig später zu verachten und ans Kreuz zu bringen.

o    Als Anfang des Kirchenjahres wird dem 1. Advent liturgisch eine hervorgehobene Bedeutung gegeben, was sich vor allem in den Gebeten niederschlägt

4.    Platz für Anmerkungen

http://www.sibirjak.de/1-advent/

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