45-4 Vergeltet nicht Böses mit Bösem – 1Petr 3,8-17

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1Petr 3,8-15a (15b-17)

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    An wen ist der 1. Petrusbrief geschrieben?

  • In welcher Situation befanden sich die Empfänger?

o    Beachte das Bindewort des Neuansatzes: „endlich aber“      8

  • Was bedeuten die fünf Adjektive in diesem Vers?

o    Beachte die Bindeworte „sondern“ und „weil“                                   9

  • Um was für Situationen geht es hier?

o    Was bedeutet „segnen“?

  • Was bedeutet es „den Segen ererben“
  • Um welchen Segen geht es hier?

o    Wozu wurden wir „berufen“?

  • Wurden wir berufen um zu segnen, oder um den Segen zu empfangen?

o    Beachte das Bindewort „denn“!                                           10

  • Vergleiche die Verse 10-12 mit Psalm 34,13-17!
  • Beachte: Es geht um den richtigen Gebrauch der Sprache!
  • Was will Petrus mit diesem Zitat sagen?

o    An wen denkt Petrus im Vers 13: „Wer ist’s ?                      13

  • Wie kann man dem Guten „nacheifern“?
  • Was ist das „Gute“?

o    Was bedeutet „selig“?                                                        14

  • „Leiden um der Gerechtigkeit willen“ – Ist das denkbar?
  • Ist das vielleicht sogar erstrebenswert?

o    Wer ist es hier, der „droht“ und „erschrecken“ will?

  • Können in solchen Situationen solche Worte wie „Fürchtet euch nicht“ helfen?
  • Wer sagt in der Bibel „fürchtet euch nicht“? à Konkordanz

o    Was bedeutet: „heiligt den Herrn Christus“?                         15a

  • Warum „in euren Herzen“?
  • Warum steht in diesem Vers ein „aber“?

o    Warum hat Petrus diese Zeilen an die Gläubigen geschrieben?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Der Brief ist eine große theologische Leistung. Die Anfechtungssituation der Christenheit an die der Brief geschrieben ist, hat den Verfasser herausgefordert, das Evangelium und die aus ihm hervorgehende Ethik unter dem Vorzeichen des Diasporagedankens (1,1; 2,11) neu zu artikulieren und von daher die Lage der Christenheit in heidnischer Umgebung zu durchdenken und nach der Verantwortung der Christen in der Gesellschaft zu fragen. (Voigt)

o    Ähnliche Ermahnungen finden wir in 1Thess 5,13b-15; und Röm 12,10.14.16f. … Wörtliche Entsprechungen zu 8f in Röm 12,16.15.10.17a.14. (Voigt)

o    Das Wort endlich (8) will nicht den Schluss des Briefes einleiten, sondern die in 2,11 begonnenen Mahnungen zusammenfassen in einer Ermahnung an alle. (Holmer)

o    In Verfolgungszeiten redet nichts so laut wie das Leiden für Jesus, verbunden mit einer guten Lebensführung. (Holmer)

o    Für die Worte „endlich aber“ (8) ist auch eine andere Übersetzung möglich: „Das Ziel aber ist: alle einträchtig, mitleidend …“ (so Schlatter). (Holmer)

o    Dass die Christen zum „Segnen“, dem Gegenteil des Verhaltens von vergeltendem Bösen mit Bösem, berufen sind, wird final mit der ihnen zugesprochenen Verheißung des eschatologischen Segenserbes begründet. (Voigt)

o    Welch eine Segenskraft würde es heute bedeuten, wenn alle Christen einträchtig … barmherzig … bereit zur Verantwortung … bereit zum Leiden wären! Das muss wieder als Ziel unter uns erkannt werden. (Holmer)

o    Die Einmütigkeit (8) ist ständig gefährdet durch unterschiedliche Erkenntnisse und mehr noch durch die Neigung zu Rechthaberei und Streitsucht. (Holmer)

o    Mitfühlend (8) heißt wörtlich „mit Leid empfindend“. Die Parallele in 1 Ko 12,26 macht deutlich: im Mitleiden kommt zum Ausdruck, dass es sich um Glieder des gleichen Leibes handelt: (Holmer)

o    Seid barmherzig (8) heißt: lasst euch die Not anderer „durch das Herz“ und „an die Nieren“ gehen. Aller Einsatz für andere beginnt damit, dass man ihre Not mitfühlt. Barmherzigkeit ist das Kennzeichen, ja die Triebkraft all derer, durch die Gott Großes tun konnte. (Holmer)

o    Demütig (8), wörtlich „niedrig gesinnt, gering (von sich) denkend“. … Dem, den Jesus in seine Nachfolge gerufen hat, ist es keine Schmach mehr, niedrig zu sein. Und wer die Herablassung Gottes erfahren hat, der wendet sich dem Niedrigen zu in der Freude am Helfen und Retten. Nur wer demütig ist, kann Gott die Ehre geben. Auch ist ohne Demut kein gesundes Gemeindeleben möglich, denn Hochmut fordert zum Hochmut heraus, zu Trotz und Stolz. (Holmer)

o    In 8 ist es wichtig zu sehen, dass es hier um Wesenszüge geht, die man nicht haben kann, ohne dass Taten daraus werden. (Holmer)

o    Das gilt auch für das Verhältnis zu Gegnern und Feinden (9). (Holmer)

o    Wer Böses mit Bösem heimzahlt, tut selbst Böses. (Holmer)

o    Bemerkenswert ist, dass Petrus keine passive Haltung, nicht Flucht und Reaktion der Schwäche fordert, sondern aktive Erwiderung:- Im Gegenteil segnet! (Holmer)

o    Das kann sehr still geschehen als Fürbitte, als Segenswunsch oder auch als Zuspruch göttlicher Zuwendung (Apg 16,28.31). Immer aber ist im Segnen zugleich die eigene menschliche Zuwendung des Segnenden mit enthalten. Ohne sie wäre jedes Segnen unecht. (Holmer)

o    Es bleibt offen, ob der Zusatz ‚weil ihr dazu berufen seid‘ zum vorigen oder nachfolgenden Satzteil gehört, ob die Gläubigen zum Segnen berufen sind oder dazu, Segen zu ererben. (Holmer)

o    Diese Mahnung (8+9) ist so wichtig, dass Petrus sie durch ein Zitat aus Ps 34,13-17 unterstreicht. (Holmer)

o    Das Leben ist ein umfassender biblischer Begriff und meint das jetzige und kommende Leben (1 Tim 4,8). Ebenso beziehen sich die „guten Tage“ auf die Gegenwart und auf die Vollendung. (Holmer)

o    Wer begehrt, das Leben zu lieben (10), könnte man etwa so umschreiben: wer ein lebenswertes Leben, wer Freude am wirklichen Leben haben will. Ähnliches sagt Jesus beim Laubhüttenfest: „Wenn jemand dürstet …“ (Jo 7,37 f) (Holmer)

o    Es gibt für dieses Leben unerlässliche Bedingungen (10-11). (Holmer)

o    Wort und Tat gehören zusammen (11). (Holmer)

o    Wer segnet, macht Raum dem Frieden (11). Man achte auf die intensiven, aktiven Ausdrücke: suchen, nachjagen. Der Frieden liegt uns nicht. Er ist ständig gefährdet. (Holmer)

o    Vers 12 begründet die vorigen Aussagen mit letzter Realität. (Holmer)

o    Für die durch den Glauben an Jesus Gerechten (12) ist es notwendig, dass ihre Gerechtigkeit sich im Gutes tun auswirkt. (Holmer)

o    Die Ausdrücke ‚die Augen des Herrn … und seine Ohren‘ wollen die liebevolle Achtsamkeit Gottes ausdrücken. (Holmer)

o    Da das Gute (13) ein sehr allgemeiner Ausdruck ist, muss jeder prüfen, was das Gute konkret in seiner Lage ist (Rö 12,2b). Petrus will, dass die Christen „Eiferer (wörtlich: „Zeloten“ = Freiheitskämpfer) „des Guten“ werden. (Holmer)

o    „Eiferer für das Gute“ ist eine geläufige Wendung. Sie meint das leidenschaftliche Sich-Einsetzen für das Gute (Voigt)

o    Hinter dem Satz: Wer ist, der euch Böses antun (oder euch schädigen) wird, wenn ihr Eiferer um das Gute werdet, steht die Überzeugung, dass ihnen kaum jemand Böses für Gutes antun wird. Sie bieten Gegnern ja nicht einmal eine Handhabe. Es gehört viel dazu, einem konsequenten Wohltäter Böses anzutun. (Holmer)

o    Der Apostel ist jedoch nüchtern und macht keine falschen Versprechungen. Wenn V 13 auch die normale Reaktion aufzeigt, so kann doch der Fall eintreten, dass Gutes tun Leiden einbringt: Aber wenn ihr auch leiden solltet wegen Gerechtigkeit – glückselig seid ihr (Mt 5,10)! (Holmer)

o    Solche Seligpreisung (14) drückt beneidenswertes Glücklichsein aus. (Holmer)

o    Jeder Christ musste damals mit der Möglichkeit der Diskriminierung, gesellschaftlichem Ächten, beruflichen Benachteiligungen, Anschuldigungen und Verfahren vor den Behörden rechnen. (Voigt)

o    Im Blick ist hier keine staatliche Verfolgung. (Voigt)

o    Leute, die man eigentlich für bedauernswert hält, werden glückselig gepriesen (Mt 5,3-6.9-12;1 Pt 3,14;4,14). Und gerade das hilft ihnen zu echter Leidensbewältigung, zu einer aktiven, bejahenden Glaubenshaltung auch in Leiden. (Holmer)

o    „Fürchtet euch aber vor ihnen nicht und lasst euch nicht verwirren (oder: einschüchtern, erschüttern, erschrecken)“ (14). Das ist ein Zitat aus Jes 8,12 f. (Holmer)

o    Durch alle Jahrhunderte hindurch ist es ein Prinzip der Feinde Gottes, seiner Gemeinde Furcht einzujagen. Gelingt das, so ist der Kampf schon verloren, der Abfall ist da. Wer Menschen fürchtet, hat sein Vertrauen nicht ganz auf Gott gesetzt, und wer glaubt, wird Menschen nicht letztlich fürchten. So sind Verfolgungszeiten stets Bewährungszeiten des Glaubens. (Holmer)

o    Menschenfurcht wird durch Gottesfurcht überwunden (15a)! (Holmer)

o    „Heiligt aber den Herrn (Jes 8,13), den Christus“, in euren Herzen, immer bereit zur Verteidigung für jeden, der Rechenschaft von euch fordert über die Hoffnung in euch. (Holmer)

o    Das Jesajazitat (8,12f) ist durch die Hinzufügung von „Christus“ christologisch gedeutet. Es ist eine der zahlreichen Stellen, in denen der Jahwe des AT mit Christus identifiziert wird, ein christologisch gar nicht hoch genug zu bewertender Tatbestand. (Voigt)

o    „Heilig“ heißt „abgesondert“, „den Herrn heiligen“ heißt also, ihm die alles Menschliche absolut überragende Stellung einzuräumen. Heiligt den Herrn in euren Herzen heißt: Lasst euer Herz allein von der Wirklichkeit Gottes her bestimmen. (Holmer)

o    In Jesaja (8) ist „der Herr“ = Jahwe. Es ist bedeutsam, dass Petrus die Gottesbezeichnung des AT (Jahwe, grie kyrios auf Christus) überträgt. „Immer bereit zur Verteidigung für jeden, der Rechenschaft von euch fordert über die Hoffnung in euch“ (15) – diese Worte stehen in enger Beziehung zu den vorigen.

o    Das gute Gewissen (16) macht innerlich überlegen und erlaubt zuchtvoll-bescheidenes Auftreten. (Voigt)

o    Da alles Erkennen mit dem Sich-Verwundern anfängt, versuche herauszufinden, was an dem zu predigenden Text verwunderlich ist, oder was dich aufregt. (Voigt)

o    Die „Fremdlinge und Pilgrime“ leben in der Hoffnung auf das himmlische „Erbe“ (1,4) und sie wissen sich dieser „geschaffenen“ Welt und ihren Ordnungen verpflichtet (2,13 …). Sie werden in dieser Welt als Fremdlinge beargwöhnt, gehasst und bedrängt und trotzdem wollen sie nicht gegen diese Welt leben, sondern für sie und zu ihrem Besten. (Voigt)

o    Kein Wunder, wenn Tacitus – im Zusammenhang mit der Christenverfolgung unter Nero – den christlichen „Nonkonformismus“  als Menschheitshass auslegt. (Voigt)

o    Nicht, dass wir Jesus erst heilig machen müssten oder könnten 15); Er ist es. Aber uns soll Er heilig werden: erkannt und geehrt in Seiner göttlichen Erhabenheit, respektiert und geliebt gerade darin, dass Er anders ist als wir (in Seiner Göttlichkeit von uns distanziert), und obwohl Er so ganz anders ist als wir, doch „in euren/ unsern Herzen. Er wohnt in uns wie in einem Tabernakel (Herz = Personenmitte) und soll alle unsere inneren Regungen bestimmen. (Voigt)

o    Christus ist der Richtpunkt aller Gedanken des Briefes, Seine Gegenwart gibt dem, wovon hier die Rede ist, seine eigene Qualität. (Voigt)

o    Was hier (8-9) steht, könnte man sich für jede menschliche Gemeinschaft wünschen. … Man wird zugeben müssen, dass solch ein Lebensstil unter Christen leider allzu oft vermisst wird. (Voigt)

o    Was wir sind, müssen wir immer erst werden. Das gilt auch für unseren Charakter in der Diaspora: der heidnischen Umwelt. „Fremd werden“ bedeutet – nach 2,11 – „für die Berufenen immer zuerst, ihrem eigenen alten Menschsein fremd werden. (Voigt)

o    Der Vergleich mit Röm 12 und 1Thess 5 zeigt, das wir „Vermahnung in Christus“ hören; ja, die Erinnerungen an die Bergpredigt lassen die Gestalt des Bergpredigers Selbst vor Augen stehen. Seine Gemeinde ist angeredet – eben die in die Welt hinein „versprengte“ Gemeinschaft derer, die sich untereinander als „die Miterben der Gnade des Lebens“ (7) wissen. (Voigt)

o    Gerade als die himmlische (1,4) Diaspora in der Welt werden die Christen dicht zusammenrücken – eben so, wie das in 8 beschrieben ist. (Voigt)

o    „Eines Sinnes“ (Röm 12,16; Phil 1,2: 1Kor1, 11-13) – damit soll unsere Verschiedenheit, die in der Vielfalt der Gaben Gottes und in der Freiheit der Christenmenschen begründet ist, auf das Eine, das uns zusammenbindet, ausgerichtet werden. (Voigt)

o    „Mitfühlend“ – das was den anderen bewegt, ins eigene Herz hineinnehmen (Röm 12,15). (Voigt)

o    „Barmherzig“ –das deutet auf eine Liebe, die sich den andern „nahe gehen lässt. (Voigt)

o    „Demütig“ – weil jeder „maßvoll von sich denkt“, und den andern „höher achtet als sich selbst“ und ihm deshalb mit „Ehrerbietung zuvorkommt“ (Röm 12,3; Phil 2,3; Röm 12,10). (Voigt)

o    Welche Gemeinde dürfte behaupten, so gehe es in ihr zu? Andererseits: wer dürfte behaupten, hier würde zu viel verlangt? (Voigt)

o    Vor allem wird man sehen müssen, dass sich, was hier gesagt ist, eigentlich von selbst ergibt, wo die Gegenwart des – heilig gehaltenen – Herrn ernst genommen wird. (Voigt)

o    „von selbst“ meint nicht die magnetisch wirkende Kraft im Zwischenmenschlichen (Eros), sondern die Kraft der „schöpferischen“ Liebe Christi (Agape), die das Liebenswerte nicht im andern „vorfindet, sondern es in ihn hineinsieht bzw. hineinbringt. (Voigt)

o    Vers 9 zeigt uns die Liebe im Konfliktfall. Dem, der lieben soll und will, ist Böses widerfahren, man hat ihn geschmäht. (Voigt)

o    Alle Kapitel des Briefes nehmen auf das Böse Bezug, das den Christen widerfährt. (Voigt)

o    Hier (9) geschieht nichts Geringeres, als dass das uns so selbstverständliche Reaktionsgesetz durchbrochen wird. (Wie du mir, so ich dir!). (Voigt)

o    Der Vergeltungstrieb liegt uns im Blute, mag er sich nun im Tun oder im Reden äußern. Was uns hier zugemutet wird, widerspricht unserm unmittelbaren Empfinden. (Voigt)

o    Das Reaktionsgesetz ist Symptom für die Korruption unserer Welt. Sünde wird mit Sünde bekämpft, Feinschaft mit Feindschaft. … Leider ist es nicht so, dass nach geschehenem Ausgleich alle Beteiligten erleichtert aufatmen und sich entspannen – das Reaktionsgesetz wirkt sich im Teufelskreis aus. (Voigt)

o    Ich bin unfrei und lasse mir das Gesetz vom Handeln des anderen diktieren. Ich gebe mich stark, indem ich mir nichts gefallen lasse. Ich genieße die Schlagfertigkeit, mit der ich sofort reagiert habe, aber in Wirklichkeit war ich nur Echo oder Spiegelbild. (Voigt)

o    In Jesu Gebot, dass hier aufgenommen ist, wird der fatale Kreis aufgebrochen. „Dagegen segnet!“ Ins Spiel der Kräfte schaltet sich eine ganz andere Kraft ein: die schöpferische Liebe. (Voigt)

o    Dieses kreative Handeln reagiert auch, aber nicht auf den böses tuenden und schmähenden Menschen, sondern auf den segnenden Gott. (Voigt)

o    Gott spricht mir Gutes zu, ich stehe unter der „himmlischen Berufung“. Dies macht mich heute schon fähig, anderen Gutes zuzusprechen (segnen) (Voigt)

o    Die „Fremdlinge verkündigen, indem sie auf Böses mit Gutem reagieren, die kommende Welt Gottes. Die Liebe sprengt das Gewohnte. (Voigt)

o    Kann man so leben? Der „gesunde Menschenverstand“ sagt nein. Wir selber sagen also nein. … Die Frage ist berechtigt. Unser Brief versteht, was hier gesagt ist, auch nicht als ein neues Gesetz für die alte Welt. Er sagt ausdrücklich von den Staatsorganen, dass sie „gesandt sind zur Strafe für die Übeltäter“ (2,14). (Voigt)

o    Die Ordnungen der geschaffenen Welt werden nicht weggefegt, aber die Anwesenheit der „Fremdlinge“ in dieser Welt zeigt an, dass mit der Welt, die jetzt besteht, Gott noch nicht am Endes Seiner Wege und Gedanken ist. Mit einem Fuß steht das Neue bereits im Alten und stellt dieses durch seine Gegenwart eschatologisch in Frage. (Voigt)

o    Wenn das so ist, dann werden die Christen in der Diaspora freilich die Spannungen zwischen dem alten und dem neuen Äon zu spüren bekommen, ja sie werden sie aushalten und austragen müssen. (Voigt)

o    Die Christen sind, wenn sie tun, was ihr Herr gebietet, „Eiferer für das Gute“ (13). Sie setzen dafür die ganze Kraft ihres Herzens und Willens ein. Sie zucken nicht die Achseln – das sei nun einmal der Lauf der Welt, und damit müsse man sich abfinden. … Sie fragen nach dem „ursprünglichen“ Gotteswillen (Mk 10,6). Für sie ist Gottes Heiligkeit (1,16) und Vollkommenheit (Mt 5,48), wenn nicht das Maß, so doch die Richtschnur. (Voigt)

o    Einer entlädt seinen Hass und Zorn – und er bekommt einen Segen, in Wort und Tat. (Voigt)

o    Vers 13 ist kein Erfahrungssatz, sondern ein Glaubenssatz. … Mögen sich in der Weisheitslehre Glaube und Erfahrung mischen, dem Gerechten wird es zuletzt wohlgehen, Rechtschaffenheit zahlt sich aus. … Auch Röm 8,28 (vgl. 35f) gilt wirklich, aber nur auf eschatologischen Horizont. (Voigt)

o    Sterben wir auch nicht einen Tod wie Petrus (Joh 21,18f), einen Tod werden wir sterben. … Einem Christen kann überhaupt nichts Schlimmes widerfahren, denn auch das „Schlimmste“ verbindet uns noch immer mit dem leidenden, sterbenden und auferstandenen Christus (2,19). (Voigt)

o    Wo Menschen nichts Böses sagen noch tun, sondern dem Frieden nachjagen, eher Unrecht leiden als Unrecht tun, da werden ihnen, früher oder später, die Herzen der Menschen aufgehen. (Voigt)

o    Und wenn jemand fragt, wieso wir erwarten dürfen, dass solches Leben im Dienst an den Menschen „Leben“ und „gute Tage“ (10) erwirkt, dann wird er von dem Text auf Gott gewiesen, dessen Augen und Ohren offen sind und der Selbst denen widersteht, die Böses tun, so dass sich Abwehrmaßnahmen von unserer Seite erübrigen (Röm 12,19). (Voigt)

o    Man kann den Text nicht lesen und bedenken, ohne darüber zu erschrecken, wie viele Möglichkeiten christlichen Lebens und Bewährung wir täglich verspielen. (Voigt)

o    „Selig“ (14) – „Man kann euch eigentlich dazu nur gratulieren“, oder „glücklich, wer diese besondere Christus- und Gottesnähe erfährt“. Zugegeben, der alte Mensch in uns leidet nicht gern. (Voigt)

o    Wir sollten es lernen: „Das ist Gnade, wenn jemand vor Gott um des Gewissens willen das Übel erträgt und …“ (2,19). (Voigt)

o    Wichtig, worum die Gedanken des Menschen in solcher Lage kreisen. … Dem Betroffenen kann nichts Besseres und Hilfreicheres widerfahren, als dass ihm in solcher Lage Christus groß wird und er Seine Nähe erfährt. (Voigt)

o    Das Verhalten zu den Zankenden: Immer bereit sein zur Verteidigung gegenüber einem jeden, der wissen will, wieso wir hoffen (15) bzw. was wir glauben. (Voigt)

o    Die Chance der Diasporasituation: Christen müssen in der Lage sein, über ihren Glauben Rechenschaft zu geben. (Voigt)

o    Gut, wenn man uns fragt. Hoffentlich müssen wir die Antwort nicht schuldig bleiben. (Voigt)

o    Was die Haltung derer angeht, die zur Rechenschaft gefordert sind, so werden wir zu „Sanftmut“ und „ehrerbietigem Verhalten“ aufgerufen. Scharfwerden und Poltern verrät meist die Angst (16). (Voigt)

o    Vers 16 kann man auch begründend verstehen: „weil ihr ein gutes Gewissen habt, könnt ihr maßvoll und diszipliniert auftreten. (Voigt)

o    Auch hier versagen wir oft. Wahrscheinlich wären wir in der Welt offener, wenn wir, als die Fremdlinge, fester in dem verankert wären, was nicht von dieser Welt ist. Ohne diese Spannung, die unser Brief in fünf Kapiteln bezeugt, werden wir nicht glaubwürdig. (Voigt)

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