67-3 Der untreue, kluge Verwalter – Lk 16,1-8

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Lk 16,1-8

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Beachte das „aber“!                                                                       1

  • Zu wem hat Jesus vorher geredet?

o    Kann man hier an einen reichen Großgrundbesitzer denken?

o    Welche Aufgaben hat ein Verwalter?

o    In welcher Form kann er den Besitz seines Herrn verschleudern?

  • Was meint das Wort „verschleudern“?

o    Wofür steht „Rechenschaft geben“ im NT?                          2

o    Wie muss man sich die Situation in Vers 2 vorstellen?

  • Warum soll der Verwalter „Rechenschaft“ geben, da doch das Urteil schon feststeht?
  • Wieviel Zeit wird der Eigentümer dem Verwalter gelassen haben um die Rechenschaft vorzubereiten?

o    Beachte, wie schnell der Verwalter die Situation überschaut!            3-4

  • Warum denkt, plant und entscheidet er so?

o    Beachte das Bindewort „und“!                                            5

o    Wie schnell muss das alles gegangen sein?                                   5-7

  • Warum waren die Schuldner einverstanden, diesen Betrug mitzumachen?
  • Wie groß ist der Schade etwa, den er seinem Herrn noch zusätzlich zufügt?

o    Warum lobt Jesus diesen eiskalten Betrüger?                     8

  • Was ist klug an dem, wie der Verwalter handelt?
  • Was ist Klugheit?

o    Beachte die Bindeworte „und“ und „denn“!

o    Wer sind die „Kinder dieser Welt“?

  • Was meint hier „unter Ihresgleichen“?

o    Welche Klugheit fehlt den „Kindern des Lichts“?

  • Ist für Jesus die Klugheit eine positive Eigenschaft?
  • Was müsste man aus Jesu Sicht tun, um klüger zu werden?

o    Beachte den neuen Ansatz: „Und Ich sage euch“!                9

o    Was versteht Jesu unter dem Mammon?

  • Warum ist der Mammon ungerecht?
  • Wer ist mit „macht euch“ gemeint?

o    Wie kann man sich Freunde mit dem „Mammon“ machen?

  • Beachte das Bindewort „damit“!

o    Was ist mit den Worten „wenn er zu Ende geht“ gemeint?

o    Wer ist mit „sie“ gemeint?

  • Wie können „sie“ jemanden in der Ewigkeit aufnehmen?
  • Was hat der „Mammon“ überhaupt mit der „Ewigkeit“ zu tun?

o    Handelt es sich in diesen 9 Versen um ein oder um zwei Gleichnisse?

o    Was wollte Jesus Seinen Jüngern mit diesen Worten sagen?

o    Was wollte Lukas Seinen Lesern sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Das Wort „Jünger“ ist hier im weiteren Sinn zu nehmen, d.h. nicht allein die 12, sondern eine große Schar heilsbegieriger Hörer, … die aus Sündern und Zöllnern bestand. (Rienecker)

o    Die vieldiskutierte Frage, ob der „Herr“ in V.8 die Figur des Gleichnisses ist oder, ob es der Herr Jesus selbst ist, der über den „ungerechten Haushalter“ urteilt, dürfte im Sinne der zweiten Lösung entschieden sein. (Voigt)

o    In 9a ist ein Neuansatz; zwischen V.8 und V.9 ist also eine Naht. (Voigt)

o    Galiläische Verhältnisse (1): ausländische Großgrundbesitzer lassen Land von Einheimischen verwalten (Mk 12,1ff). (Voigt)

o    Selbstgespräch der Verlegenheit –V.3. (Voigt)

o    100 Bath Öl = 36,5 hl; 100 Kor Weizen = 364,4 hl oder 550 Zentner. Jeder von beiden gewinnt durch den Betrug etwa 500 Denare (anderthalb Jahresverdienste eines Tagelöhners). (Voigt)

o    In V.8 gibt „der Herr“ – Jesus – die Deutung. Das „Lob“ hat der Verwalter sich durch seine Klugheit verdient, auf die zielt die kleine Geschichte. (Voigt)

o    Lk kann in V. 9 nicht an die in 5-7 genannten Schuldner denken, denn diese hätten wirklich keine Kompetenz fürs Ewige. (nach Voigt)

o    „Das Wohnen in den Hütten“ (wie einst in der Wüstenzeit) ist Attribut der eschatologischen Vollendung (Mk 9,5; Apg 15,16). (Voigt)

o    Rückbezug auf das Gleichnis ist auch der Mammon, woraus man erkennt, dass Lukas V.9 nicht als eine Konkurrenzdeutung zu V.8 empfunden hat, sondern als Fortführung. (Voigt)

o    Der Ausdruck „ungerechter Mammon“ (9) erinnert an den ungerechten Haushalter. (Rienecker)

o    Auch die „ewigen Hütten“, von denen Jesus spricht, stehen den im Gleichnis genannten „Häusern“ gegenüber. (Rienecker)

o    Es handelt sich hier um ein Gleichnis, das nur auf einen Vergleichspunkt hin ausgelegt werden will. Dieser ist in V.8 deutlich genannt: die Klugheit. (Voigt)

o    Klug ist der, welcher die eschatologische Lage der Menschen erfasst hat. (Voigt)

o    Wieso ist das, was der Verwalter tut, klug? (Voigt)

o    Schwierigkeiten bereitet uns Lukas, der sich an dem einen Vergleichspunkt nicht genügen lässt, sondern einen Satz über die zweckdienliche Verwendung des Geldes anfügt. (Voigt)

o    Es könnte sein, dass Lukas nicht begriffen hat, dass Jesus nicht vom Geld reden wollte, sondern von der Klugheit. (Voigt)

o    Das, was in V.9 gesagt wird, ist völlig richtig. Man hätte es an anderer Stelle gut bringen können, ohne durch Aufnahme zweier Stichworte aus dem Vorangehenden den Anschein zu erwecken, als handle es sich um die Auswertung des Gleichnisses. (Voigt)

o    Etwas leichter wird es uns werden, den Text richtig zu begreifen, wenn wir uns an Jesu Humor freuen. Jesus hatte einen Blick für das bunte Leben. (Voigt)

o    In unserem Gleichnis, wird die Klugheit an einem echten Weltkind verdeutlicht. Der Stoff ist „deftig“ gewählt. „Abgesichert“ zu reden, war nie Jesu Art. Bitte keinerlei Versuche, den Haushalter auf ein moralisches Normalmaß zu bringen. (Voigt)

o    Hätte Jesus Klugheit, Geistesgegenwart, Zielstrebigkeit (usw.) an einem moralisch korrekten, untadeligen Menschen demonstrieren wollen, es wäre eine Streberfigur herausgekommen. (Voigt)

o    Schlussabrechnung (2) – das ist auf jeden Fall die eschatologische Szene. Die Aussage ist noch spezieller als im Schlussgleichnis der Bergpredigt, in dem der kluge Mann sich als solcher dadurch erweist, dass er mit dem Unwetter rechnet. (Voigt)

o    Wir reden viel von verantwortlichem Leben; Der, dem wir verantwortlich sind und dem wir darum Antwort geben müssen, ist anscheinend weit weg. Zur Klugheit würde jedenfalls gehören, zu sehen, dass der Augenblick kommt, von dem an man nicht mehr wird Haushalter sein können. Man muss sein Leben so „abliefern“, wie es ist. (Voigt)

o    Der Mann hat verspielt und weiß nicht weiter. Ihm bleibt wenig Zeit. Es dauert nur einige Augenblicke, und ihm ist klar, was er zu tun hat. Zur Klugheit gehört das schnelle Reaktionsvermögen, Geistesgegenwart sofortiger zuverlässiger Überblick über die Lage, deren illusionslose Beurteilung, der rettende Einfall, das unverzügliche Handeln, was wiederum Entschlussfreudigkeit verlangt; Wissen, was man will, Abschütteln aller Bedenklichkeit. Jesus lobt den Haushalter. (Voigt)

o    Er holt aus dem Aktenschrank die Schuldscheine und gibt sie den Schuldnern zurück, damit sie, die sie einst geschrieben haben, die Zahlen mit eigener Hand ändern und dann, mit 500 Denaren weniger Schulden und darum sichtlich erleichtert, ihrem Gönner zu Dank verpflichtet, fröhlich heimgehen können. Sie werden es dem Mann nicht vergessen, dass er zu ihrem Wohlstand merklich beigetragen hat. (Voigt)

o    Vor seinem Herrn hat er zwar verspielt, aber er kann, wenn er entlassen, „gefeuert“ ist, lächelnd davongehen. Für sein ferneres Wohlergehen ist gesorgt. (Voigt)

o    Jesus meint: Wenn meine Leute nur etwas davon hätten! Wenn sie nur von weltlicher Klugheit etwas fürs Ewige lernten. Es gibt unter Christen viel Verschlafenheit und Entschlusslosigkeit, Träumerei und Lebensfreude. Wir hätten, wenn wir uns darin wohlfühlten, das Evangelium nicht begriffen. (Voigt)

o    Niemand kann so leben, als hätte er unbegrenzt Zeit und als könne er anstehende Entschlüsse auf morgen und immer wieder auf morgen verschieben. (Voigt)

o    War es Jesus Amt, die „Erfüllung der Zeit“, die Aufhellung der eschatologischen Horizonte, das Kommen Gottes, das Aufgehen der Türen bei Gott anzukündigen und in Seinem Werk heraufzuführen, dann blieb nicht mehr Zeit genug zum Dösen und Sich-Gehenlassen. (Voigt)

o    Der Haushalter hat verspielt – wir haben nur zu gewinnen. Aber wir haben mit ihm gemeinsam: die Zeit ist auszukaufen. (Voigt)

o    Zu dieser Wachheit kommt, wenigstens bei dem Haushalter, eine gewisse Kaltblütigkeit, die nicht nur Temperamentssache ist, sondern sich von der Zielstrebigkeit her erklärt. (Voigt)

o    Man muss wissen, wohin man will. Weiß man es, dann wird man sich nicht treiben und schieben lassen, dann fasst man Entschlüsse. Man wird manches, was nicht taugt, sein lassen, um für seine Zukunft frei zu sein. Man wird anderes ergreifen, oder bedenken, oder zur Hand nehmen, was mit dieser Zukunft zu tun hat. (Voigt)

o    Ich muss heute schon und erst recht „dann“ wissen, worauf ich mich zu berufen habe und wie ich bestehen kann. (Voigt)

o    Jesus meint, in alledem könne man bei den „Kindern dieser Welt“ (8) in die Schule gehen. (Voigt)

o    Jesus zeichnet hier eine Parallele, aber in einem gehörigen Abstand – „in ihrem Geschlecht“ (8)! (Voigt)

o    Wie die Kinder der Welt in ihren dunklen Geschäften, so müsste auch bei den Jüngern in ihrer göttlichen Aufgabe alle Trägheit und Unschlüssigkeit verschwinden und an ihre Stelle Nüchternheit, Entschlusskraft, erfinderische Phantasie, rasches Handeln, kurz Klugheit treten. (Voigt)

o    Es ist den Kindern des Lichts nicht erlaubt, sich Selbsttäuschungen hinzugeben. Oder sollte in Sachen des Lichts geringere Sachlichkeit, geringere Klugheit, geringerer Einsatz am Platze sein als in den Sachen der Finsternis? (Voigt)

 

o    Je entschlossener wir V9 von den vorangehenden Versen abheben, desto deutlicher und verbindlicher wird seine Aussage. (Voigt)

o    Auch V.9 gehört in den eschatologischen Horizont, der uns an diesem Sonntag umgibt. Noch ein Schritt weiter: Wurde uns die weltliche Klugheit des Verwalters zum ungleichen Gleichnis für die geistliche Klugheit der Jesusleute, so könnte der ergaunerte sorgenlose Lebensabend dieses Pfiffikus zum ungleichen Gleichnis werden für den ewigen Lebensmorgen, der den „Kindern des Lichts“ zugedacht ist. (Voigt)

o    Besonders Lukas hat – wie Jakobus – über Geld und Reichtum sehr kritisch geurteilt (6,24; 16,19-31; 12,16-21; Jak 5,1-6). Ihn bestimmen auch soziale Gründe. Aber nicht nur diese. Der Reichtum ist für den geistlichen Status gefährlich. Mammon ist ein Götze (13). (Voigt)

o    Einem Götzen wird gedient, er wird als etwas Faszinierendes verehrt, er wird mit heißem Herzen begehrt, auf ihn setzt man sein Vertrauen, von ihm erhofft man das Leben und die „volle Genüge“, auf ihn gründet man sein Ansehen (Rechtfertigung!), ihn lässt man die Welt regieren („Geld regiert die Welt“), in vielen Lebensfragen entscheidet er. (Voigt)

o    Er ist kein erfreulicher Götze. Er kann Menschen schrecklich unfrei machen, sie in Unruhe halten, alle ihre Gedanken absorbieren, in der Kriminalität spielt er eine geradezu unheimliche Rolle – und es geht ja dabei nicht nur darum, dass Menschen schuldig werden, sie werden auch unglücklich. „Mammon der Ungerechtigkeit“ (9). (Voigt)

o    Wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein (12,34). Und gerade im Blick auf die „letzten Dinge“ wäre eine kritische Einstellung unerlässlich (21,34). (Voigt)

o    Man könnte erwarten, dass Jesus sagt: Hände weg !, fliehen, wegwerfen, verzichten! , stürzt den Götzen! Stattdessen sagt Er: „Macht euch Freunde aus dem Mammon der Ungerechtigkeit!“ Nicht: werft ihn weg! , sondern: Lasst ihn euch dienen, benutzt ihn für etwas Sinnvolles! Was für eine freie, großzügige Einstellung! Der Götze ist kein Götze mehr. Aus der schrecklichen Macht, die die Welt regiert, tyrannisiert und unglücklich macht, ist ganz einfach ein Zahlungsmittel geworden, das uns dienen muss und über das wir in Freiheit verfügen. (Voigt)

o    Hat man Geld, so setzt man es für Heilsames, Wertvolles, Hilfreiches ein; hat man keins, wird man dennoch nicht nervös. Das Herz wird nicht dem „Schatz“ gehören, sondern Gott. (Voigt)

o    Den Mammon einsetzen, um sich Freunde zu machen, das wird, wo man so frei ist, wie Jesus es ist und in uns schafft, absichtslos geschehen, gewissermaßen „nur so“. Einfach weil es schön ist, Menschen etwas zuliebe zu tun und sie zu Freunden zu haben. (Voigt)

o    Was der V.9 meint, wäre geradezu verdorben, wenn wir’s vom Gleichnis her interpretierten. Richtig ist aber, dass, wer sein Herz in diesem Leben nicht beim Götzen Mammon hat, sondern bei Gott, also auch mit dem Mammon „christlich“ umgeht, seinen Reichtum faktisch im Himmel hat (12,33) und dort kein Fremder ist. (Voigt)

o    Der schwedische Arzt Axel Munthe schreibt: Denke daran: … was du für dich behältst, wirst du verlieren, was du fortgibst, ist dein für immer. …Klammere dich nicht zu lange an die schmutzige Münze. … Der Tod hat seinen eigenen Nachschlüssel zu deinem Geldschrank. (Voigt)

 

o    Klug ist also jemand, so meint es Jesus in 8, der seine verlorene Lage rechtzeitig erkennt und klug und schnell seine Entschlüsse fasst zur Rettung seiner Existenz. (Rienecker)

o    Irdische Besitzgüter vergehen, die Kinder des Lichts können sie aber klug benutzen, wenn sie beim Verwalten ihrer irdischen Güter an die Ewigkeit denken. (Rienecker)

o    Wir sind untreue Haushalter, wenn wir, wie der Verwalter im Gleichnis, bei dem Gebrauch der Güter nur an uns selbst denken. (Rienecker)

o    Der Verwalter versteht, dass alles darauf ankommt, seine Vollmacht als Verwalter zur Sicherung seiner Zukunft zu benutzen, solang sie ihm noch zur Verfügung steht. (Rienecker)

o    Die Jünger bedürfen dringend solcher Belehrung, denn das Handeln nach den Maßstäben des Lichts ist ihnen, die sie aus dem Dunkel kommen, keineswegs so selbstverständlich. (Rienecker)

o    Jesus wendet sich an solche, die durch die Botschaft von der himmlischen Freude über ihre Umkehr (Kap 15) willig gemacht waren, ein rechtes Verhältnis zu den Erdengütern zu erlangen. (Rienecker)

o    Derjenige Christ, der an den Armen vorübergeht, bereitet sich Ankläger für die Ewigkeit. (Rienecker)

o    Das in Vers 9 Gesagte liegt mit den Worten des Herrn in Mt 25,37-40 auf einer Linie, wonach die Wohltat an den Geringsten hier auf Erden an Jesus Selbst getan wurde. (Rienecker)

o    Die beste Erklärung zu diesen Worten des Herrn liefert Paulus in 1Tim 6,17-19, was den Grundgedanken der Rede des Herrn entspricht. (Rienecker)

o    Der Kirchenvater Augustin sagt gut und treffend: „Willst du ein kluger Haushalter sein, so gib, was du nicht behalten kannst, auf dass du empfängst, was du nicht verlieren kannst. (Rienecker)

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