56-5 Stärke und den Glauben – Lk 17,5-6

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Lk 17,5-6

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    In welchem Zusammenhang stehen unsere Verse bei Mt oder bei Mk?

o    Wer sind die Apostel?                                                        5

o    Wer ist der Herr, der „kyrios“?

  • Was bedeutet das Wort „Herr“?

o    Was ist „Glaube“?

  • Wie kann man ihn „stärken“?
  • Woran werden die Jünger bei dieser Bitte gedacht haben?

o    Wiederholung des Wortes „Herr“!                                         6

  • Beachte: Wenn …, dann …!

o    Wie kann man Glauben „haben?

o    Was ist das besondere am Senfkorn?

o    Warum benutzt Jesus den „Maulbeerbaum“?

  • Was ist das für ein Baum?

o    Was meint Jesus mit: „reiß dich aus und wirf (versetze) dich ins Meer“?

  • Warum spricht Jesus so radikal?

o    Warum „würde er gehorchen“?

o    Wer von uns hat so einen „kleinen Glauben“?

o    Wo ist so etwas schon geschehen?

  • Welche Erfahrungen hast du mit diesem Vers?

o    Wie verstanden die Jünger ihre Bitte?

  • Warum war ihnen ein wachsender Glaube ein Anliegen?

o    Was wollte Jesus den Jüngern mit seiner Antwort sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Das Wort von dem Glauben, der einen Baum bzw. einen Berg zu versetzen vermag, ist fünfmal überliefert: Mk 11,23; Mt 21,21; 17,20; Lk 17,6; 1Kor 13,2. (Voigt)

o    Mt 17,20 und Mk 11,23 ist vom Berg gesprochen, Lk 17,6 vom „Maulbeerbaum“ und in Mt 21,21 ist das Wort vom Berg an das Vorkommnis vom „Feigenbaum“ angeschlossen. (Voigt)

o    Im Griechischen dient ein Baum oder auch ein Berg im Meer als Bild für etwas Unmögliches. (Schweizer in Voigt)

o    Das Senfkorn findet sich auch in Mt 17,20. (Voigt)

o    Das Senfkorn galt als der kleinste dem menschlichen Auge wahrnehmbare Gegenstand. (Voigt)

o    Hinter der Bitte (5) muss die Überzeugung stehen, dass man sich Glauben nicht selber geben kann, man empfängt ihn von Jesus. (Voigt)

o    Es ist in den Evangelien der einzige Bericht von einer so einmütigen Bitte der Jünger. (Rienecker)

o    Die Bitte der Apostel heißt wörtlich: „Lege uns Glauben bei“, aber nicht „Lege uns den Glauben bei!“ So oft der Glaube ohne Artikel genannt wird (vgl. Mk 4,40; 11,22; Apg 14,9), handelt es sich nicht um den rettenden Glauben, wie an Stellen, wo „der Glaube“ erwähnt wird (Lk 18,8; Apg 15,8; 16,5). Der Heilsglaube kann nicht stückweise verliehen werden. (Rienecker)

o    Die Jünger bitten, wie Jesu Antwort deutlich zeigt, nicht um Mehrung oder Stärkung des Heilsglaubens an Gott oder an Seine Predigt, sondern um Glaubenskraft und Glaubensvollmacht, die Gott ihrem Tun und Handeln beilegen möchte. (Rienecker)

o    Die Jünger hatten von dieser Gabe schon Proben bekommen (Lk 9,6; 10,17-20), aber sie mussten auch ein Versagen dieser Gabe erfahren (Lk 8,25; 9,40f). (Rienecker)

o    Das Senfkorn gilt als geradezu sprichwörtlich klein (Mk 4,31), besonders wenn an den „schwarzen Senf“ gedacht ist. Mehr als 700 Saatkörner gehen auf ein Gramm. (Voigt)

o    Bereits dem geringsten Glauben gilt die größte Verheißung (Voigt)

o    Das griech. Wort für „Maulbeerbaum“ kann den „Maulbeerfeigenbaum“ meinen, aber auch den schwarzen Maulbeerbaum (1Makk 6,34). … Für den Maulbeerfeigenbaum könnte sprechen, dass er als besonders fest und tief verwurzelt galt. (Voigt)

o    Der Baum wird angeredet als wäre er ein verstehendes Wesen. … Damit wird der paradoxe Charakter dieses Wortes noch gesteigert. (Voigt)

 

o    Jesus spricht Menschen auf ihren persönlichen Glauben an: „Dein Glaube hat dich gerettet“ (7,50; 17,19; 18,42). (Voigt)

o    Es ist ein Unterschied, ob Jesus von meinem Glauben spricht, oder ob ich ihn selbst taxiere. Jesu Zuspruch hat kreative Kraft. Verlasse ich mich auf die Größe meines Glaubens, könnte es mir gehen wie dem sinkenden Petrus (Mt 14,28-31). (Voigt)

o    Christ sein heißt: glauben. (Voigt)

o    Die religionsgeschichtliche Forschung hat aufgezeigt, dass keiner der Götter der religiösen Umwelt der Bibel von seinen Verehrern Glauben erwartet oder empfängt. (Voigt)

o    Der Glaube ist nicht ein Nicht-genau-Wissen, er ist überhaupt kein Wissen. Er bewegt sich in einer ganz anderen Dimension. Er gehört ins Personale. So wie Vertrauen zwischen zwei Menschen nicht auf Experimenten, Messungen usw. beruht, sondern Wagnis ist. Zutrauen ohne Beweis, Vorgabe, Entschluss – so auch der Glaube. (Voigt)

o    Vertrauen basiert nicht auf der bewiesenen Zuverlässigkeit eines Mechanismus, sondern gründet in der Kenntnis des Anderen als freier Person, die ethisch ansprechbar, also auch zurechnungsfähig und damit verantwortlich ist. „Mit dir wag ich’s!“ – wer so spricht, nimmt den anderen als Person ernst und ehrt ihn mit seinem Vertrauen. (Voigt)

o    Unser Wort (6) ist wahr, auch wenn kein Berg … sich bewegt und kein Baum seinen Standort verändert hat. (Voigt)

o    Es hat schon Sinn, vom „Maß des Glaubens“ zu sprechen (Rö 12,3), von der „Festigkeit im Glauben“ (Kol 2,7). Jesus selbst hat vom Hauptmann von Kapernaum gesagt, „so großen“ Glauben habe er in Israel nicht gefunden, und vom „großen“ „Glauben“ der kanaanäischen Frau (Mt 15,28) sprach er auch. (Voigt)

o    Jesus kann über die „Kleingläubigkeit“ seiner Leute enttäuscht sein (Mt 6,30; 8,26; 14,31; 16,8; 17,20). (Voigt)

o    „Wenig Glaube“, das gibt es. Man weiß, dass Gott zur Stelle sein will, aber man traut sich nicht, es mit Ihm zu wagen. Man könnte Großes vollbringen, aber das Herz ist zaghaft und fürchtet, Gott könnte Sein Wort nicht halten. Auf Gottes Seite fehlt es an nichts, aber wir trauen Ihm nicht genug zu. (Voigt)

o    Gott ist, wenn Er mein Gott wird, nicht Objekt; Er ist handelndes Subjekt. Er kommt auf mich zu. Sein Wort ist, recht verstanden, nie Aussage, sondern Anrede. (Ebeling in Voigt)

o    Das Ein-für-allemal des Heilsgeschehens (Menschwerdung des Sohnes, Sein Heilstod, Seine Auferstehung) muss mitgeteilt werden, aber die Mitteilung bleibt wirkungslos, wenn sie sich nicht unter der Hand in Anrede, Zuspruch, Ermutigung, Weisung, Tröstung usw. verwandelt. (Voigt)

o    Gerade heute will der dreieinige Gott in Seiner Gemeinde etwas tun. Er will Glauben wecken. Und wo schon geglaubt wird, will Er Glauben stärken und mehren. (Voigt)

o    Glauben im alttestamentlichen Sinne heißt nicht, etwas über Gott denken, sondern etwas von Gott erwarten. Er glaubt nicht an das Vorhandensein Gottes, sondern an das Kommen Gottes. (Voigt)

o    Glaube ist Erwartung, aber auch Erinnerung. Er ist der Übergang aus dem Gestern in das Morgen; blinder Glaube, der sich führen lassen muss, ohne den Weg zu sehen, ein dauernd in Finsternis hineingehender Glaube. (Ebeling in Voigt)

o    Glaube ist nicht so sehr das Sich-an-Gott-Halten im täglichen Leben, eher das Greifen nach Gott in der Krise, das Niederringen der Anfechtung. Gemeint ist der Glaube, der Gott gegen den Augenschein traut … Glaube ist ein Vertrauen, das sich nicht beirren lässt. (Jeremias in Voigt)

o    Im Neuen Testament richtet sich der Glaube auf den in Jesus Christus offenbarten Gott und auf das eschatische Heil, dass Er den Seinen zusagt. (Voigt)

o    Der Glaube betrifft die ganze Existenz. … Er schafft Gewissheit – gegen Furcht und Zweifel. Dies alles hat man nur, indem man es empfängt. (Voigt)

o    Die Jünger brauchen den großen Glauben für ihr apostolisches Wirken. Bedrückend, wenn ein Mann unter dem Volk von dem bösen Geist, der sein Kind quält, sagt: „Ich habe deine Jünger gebeten, dass sie ihn austrieben, und sie konnten nicht (9,40) (Voigt)

o    „Sie konnten nicht“: die deprimierende Enttäuschung – immer wieder. Immer wieder entdecken wir uns als die Kirche, die ihrem Gott und Herrn nichts zutraut. Wir können Glauben nicht aus uns selbst produzieren. Kleingläubige, die wir sind, können sich nur an ihren Herrn wenden mit der Bitte um Vermehrung ihres Glaubens. (Voigt)

o    Aus der Begegnung mit Jesus entsteht Glaube. (Voigt)

o    Es ist in Ordnung, dass die Jünger bitten. (Voigt)

o    Man kann die Antwort Jesu (6), wenn man will, aber auch bedrückend verstehen. Es kommt alles darauf an, dass wir festhalten. Hier wird uns nicht etwas abverlangt, sondern etwas zugesprochen. Unser Glaube wird nicht mit Auflagen belastet, als müsste er, um als Glaube gelten zu können, bestimmte Wirkungen und Erfolge hervorbringen. (Voigt)

o    Wäre der Glaube die auf Gott einwirkende Kraft meines eigenen Herzens und müsste ich die Gewissheit in mir selbst kultivieren, so dass sie Energie genug hat, um das Gewünschte hervorzubringen, dann wären wir nicht bei dem von Jesus gemeinten Glauben. (Voigt)

o    Der Glaube glaubt nicht an sich selbst, er glaubt an Gott. Der Glaube sagt nicht: Ich traue mir das und das zu; er sagt: Ich traue es Gott zu! Derjenige, den Jesus auf seinen Glauben anspricht, ist ja der, der sich selbst nicht helfen kann. Er weiß gar nicht, dass er glaubt. Jesus muss ihm nachträglich erst deutlich machen, was hier eigentlich geschehen ist: „Dein Glaube hat dich gerettet“ (Mt 9,22; Mk 5,34; 10,52; Lk 7,50; 8,48; 17,19; 18,42). (Voigt)

o    Der Glaube hält sich nicht an sich selbst, sondern ganz und gar an den, dem er alle Macht zutraut und von dem er alle Hilfe erwartet. (Voigt)

o    „Glaube ich dann auch wirklich – oder bin ich so einer, der sich nur aufs Wort und aufs Sakrament verlässt, ohne dass bei ihm etwas hinzukommt (der Glaube)?“ Man beachte: Der Glaube steckt ja bereits in dem Sich-Verlassen auf Gott in Seinem Wort und Sakrament! (Voigt)

o    Ich brauche nur Glauben wie ein Senfkorn – an der Grenze des eben noch Wahrnehmbaren. „Ich glaube – hilf meinem Unglauben“! (Voigt)

o    Der Glaube ist so mit dem beschäftigt, an den er glaubt, dass er sich selbst darüber vergisst. … Er tritt nicht zu Gott in Konkurrenz (Mk 9,23; 10,27). Was er vermag, vermag er deshalb, weil Gott es will und tut. (Voigt)

o    Zum Wesen des Glaubens gehört, dass er Ungewöhnliches vermag. Er ist nicht ein resigniertes sich ergeben in die Wirklichkeit, sondern ein Macht gewinnen über die Wirklichkeit. (Voigt)

o    Der Glaube traut Gott alles zu, aber er gibt auch Gott alles anheim. … Jesus will Menschen, die von Ihm alles erwarten. (Voigt)

o    Der Glaube wird nicht nur nachträglich festgestellt, sondern es wird zum Glauben aufgerufen: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ (Mk 5,36). … So wahr der Glaube auf Gott bezogen ist, so wahr ist er auch ein Geschehen im menschlichen Herzen. (Voigt)

o    Glaube bleibt immer „ein sichere-Schritte-Tun“, obwohl kein Weg zu sehen ist; ein Hoffen, obwohl es aussichtslos ist; ein Nichtverzweifeln, obwohl es verzweifelt steht; ein Grundhaben, obwohl man ins Bodenlose tritt.“ (Eberling in Voigt)

o    Auch das Vertrauen, dass zwei Menschen sich schenken, bleibt wagendes Vertrauen. Es würde seinen Glanz verlieren, wenn es zur langweiligen Gewohnheit entartete. (Voigt)

o    Es bleibt dabei, dass der Glaube ein Übergang ist: ein Loslassen der weltlichen Sicherungen und Stützen und ein wagendes Mitgehen mit Jesus. Aber eben in diesem Übergang macht der Glaube seine Erfahrungen. Immer neue Anfechtungen – aber immer neue Durchhilfen. Man sieht: Es geht! Gott enttäuscht uns nicht. Von einer Gotteserfahrung zur anderen kann man neuen Mut gewinnen. (Voigt)

o    Wie kommt es dazu, dass mein Glaube wächst? Nicht so, dass ich mir ein Pensum auferlege. Damit wäre ich wieder beim „Werk“. Wohl aber so, dass ich mich an Jesus halte. Er weckt, Er provoziert den Glauben. Im Umgang mit Ihm bekommt man Mut, sich Ihm anzuvertrauen. Er ist der Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebr 12,2). (Voigt)

o    Weil der Bitte der Apostel um Wirkung der Glaubensgabe vielleicht ein ehrgeiziges Streben zu Grunde liegen könnte, trug der Herr zur weiteren Belehrung das Gleichnis vom pflügenden Knecht vor. (Rienecker)

o    Der geistgewirkte Glaube sieht Möglichkeiten, wo die Vernunft keine mehr sieht, um das Hindernis für den Bau des Reiches Gottes zu beseitigen und in ein Mittel zum Aufbau des Reiches Gottes zu verwandeln. (Rienecker)

o    Dieser Glaube fängt an (zu wachsen), wo man mit dem rechnet, was der Herr tut, was der Herr vermag; wo man sich an Ihn hält. Wer diesen Glauben üben will, der lerne die Interessen Seines Herrn fortwährend im Auge zu behalten. (Rienecker)

o    Es ist nicht nötig, den Maulbeerfeigenbaum als Sinnbild des Reiches Gottes und das Meer als Bild der Völkerwelt aufzufassen. Es genügt, das Entwurzeln und Einpflanzen des Baumes als Bild des von den Aposteln gepredigten Evangeliums aufzunehmen, das die Welt umgestaltet. (Rienecker)

o    Aber man könnte es auch so verstehen! Glauben wir noch, dass Gott uns Christen verpflanzen will, um Sein Reich auszubreiten? Wer hat hierzu Glauben (Lk 18,8)?

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